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Juden in Deutschland

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Die letzte Gruppe jüdischer Emigranten aus Deutschland, auf die hier näher eingegangen wird, ist die Gruppe der Geschäftsleute. In ihrem Fall war die Situation in England eine andere, obwohl auch ihnen zunächst Ablehnung von Seiten der englischen Bevölkerung zuteil wurde, als diese merkten, daß die meisten wohl in England bleiben wollten.

Hier an der Gruppe der Geschäftsleute läßt sich wiederum die Einwanderungspolitik der britischen Regierung deutlich aufzeigen, die nur von der Suche nach dem eigenen Vorteil bestimmt war. Nach kurzer Zeit erkannte die Regierung nämlich bereits, daß unter den aus Deutschland emigrierten jüdischen Geschäftsleuten eine große Menge von fähigen Managern war, deren Fähigkeiten sie sich zunutze machen konnten.
Die englische Wirtschaft befand sich in einer Rezession, die besonders deutlich in den sogenannten Depressed Areas zum Vorschein kam. Diese waren die Gebiete im Nordosten Englands, in Wales und in Schottland. Wenn nun ein jüdischer Flüchtling aus Deutschland kam, so mußte er sich bereit erklären, in eines dieser Gebiete zu gehen, um dort zu helfen, es wirtschaftlich wieder anzukurbeln. War er mit dieser Bedingung einverstanden, so konnte er in England bleiben.
Im Zuge dieser Ansiedlung deutscher Flüchtlinge in den wirtschaftsschwachen Gebieten, entstanden dort in den dreißiger Jahren 163 Fabriken, die sich hauptsächlich mit der Produktion von Konsumgütern beschäftigten. Diese Ansiedlung war einer der Hauptgründe, warum die Arbeitslosigkeit in diesen Gebieten innerhalb kürzester Zeit zurückgingen.
Die Einwanderungspolitik Großbritanniens in den dreißiger Jahren wird an diesen Beispielen deutlich. Trotzdem wird später noch einmal näher darauf eingegangen.


4. Die Britische Flüchtlingspolitik

Die nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten im Januar eingeleiteten Schritte veranlaßten bereits zu diesem frühen Zeitpunkt der Repressionen gegen Andersdenkende und verschiedene Minderheiten etliche Juden dazu, Deutschland zu verlassen. Der überwiegende Teil floh in die Nachbarländer ihrer Heimat, nach Polen, Frankreich oder in die Niederlande. Dieser Umstand ist sicherlich damit zu erklären, daß sie auf ein baldiges Ende des Naziregimes und eine somit mögliche Rückkehr hofften.
Eine Flucht über den Ärmelkanal nach Großbritannien war eher die Ausnahme, bis April 1934 kamen lediglich zwischen 2000 und 3000 Flüchtlinge ins Land (Bergham, 1984: 75). Und auch danach blieben die Emigrantenzahlen auf einem relativ niedrigen Niveau.
Viele Juden zögerten einfach nur, ihre Heimat zu verlassen. Zwar wurden seit dem 1. Mai 1938 79271 Visa für Großbritannien an deutsche Juden vergeben, jedoch wurden von diesen um 50000 nicht genutzt. Nach den Pogromen im November Stieg die Zahl der nach Großbritannien eingereisten Juden auf circa 40000, von denen wiederum jedoch der weitaus größte Teil Transmigranten, also nur Durchreisende, vor allem in Richtung Vereinigte Staaten, waren (alle Zahlen nach Bergham, 1984). Als Reaktion auf diese Stark ansteigenden Flüchtlingszahlen verschärfte Großbritannien, ebenso wie alle anderen europäischen Länder, seine Einwanderungsbestimmungen, insbesondere für deutsche und österreichische Juden. Im Gegensatz zu anderen Staaten in Europa, war dieser Umstand jedoch kein wirkliches Novum, denn bereits 1933 hatte ein Treffen des Kabinetts eine Resolution verabschiedet, die als die Ziele der britischen Einwanderungspolitik im Hinblick auf jüdische Einwanderer nannte:

  
Bürgerliches Gesetzbuch BGB
von Helmut Köhler
Siehe auch:
Handelsgesetzbuch HGB: ohne Seehandelsrech...
Arbeitsgesetze
Grundgesetz GG: Menschenrechtskonvention, Europäischer Gerichtsh...
Strafgesetzbuch StGB
Aktiengesetz · GmbH-Gesetz: mit Umwandlungsgesetz, Wertpapiererw...
Zivilprozeßordnung. ZPO
 
   
 
     
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