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Juden in Deutschland

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2.3. Reaktionen der Juden auf die Maßnahmen Hitlers - Flucht oder nicht?

Angesichts der, im Vergleich zur Gesamtbevölkerung, verschwindend kleinen Anzahl von Juden in Deutschland, ist es kaum nachzuvollziehen, daß ein Großteil der nationalsozialistischen Politik auf diese kleine Minderheit, die nicht einmal ein Prozent der Bevölkerung ausmachte, ausgerichtet war.
Ähnlich dachten wohl auch die meisten der ortsansässigen Juden, die den Terror zu Beginn des Naziregimes zwar ernst nahmen, sich jedoch in der eigentlichen Harmlosigkeit der Boykottaktionen gegen jüdische Geschäfte bestätigt sahen, da diese Phase bereits nach kurzer Zeit wieder aufhörte.
Phasen zur Kategorisierung der Maßnahmen des Regimes gegen jüdische Mitbürger gab es nach heutigen Erkenntnissen sechs, die nun im folgenden beschrieben werden:
Die oben erwähnte erste Phase dauerte vom 30.Januar bis zum Sommer 1933 und war durch lauten Terror gekennzeichnet. Diese Phase wurde von einer schleichenden Verfolgung abgelöst, die bis zum Frühjahr 1935 andauerte und der Grund dafür war, daß die meisten Juden dachten, wenn sie die erste Terrorphase überstanden hätten, könnten sie in Deutschland bleiben, da sie in der Zeit der zweiten Phase keine gewaltsame Ablehnung erfuhren.
Doch diese scheinbare Ruhe kehrte sich in kürzester Zeit in das Gegenteil um, als die antijüdische Politik der Nazis erneut zum Instrument des Terrors zurückkehrte. Diese Periode dauerte von Frühjahr bis September 1935 und war dadurch gekennzeichnet, daß an deren Ende der Erlaß der „Nürnberger Gesetze„ stand, die neue Maßnahmen gegen die Juden ermöglichten, da nun nicht mehr einzelne Gruppen der NSDAP Randale zu machen brauchten, sondern in großem Stile, unter Berufung auf Gesetze, der Terror gerechtfertigt werden konnte.
Spätestens nach dieser zweiten Phase des Terrors mußte jedem in Deutschland lebenden Juden klar geworden sein, daß die Politik der Nazis allmählich von der zuerst betriebenen Ausweisungspolitik, die eher höher gestellte Regimegegner traf, und die mit den vielen unbekannteren jüdischen Normalbürger nicht durchzuführen war, zu einer den Leib und das Leben bedrohenden Politik umschwenkte, die von den pseudowissenschaftlichen Erkenntnissen der Nürnberger Rassengesetze gerechtfertigt werden sollte.
Das Problem der meisten Juden in Deutschland war jedoch, daß sie sich weder entschließen konnten, aus ihrer Heimat zu emigrieren, in der die meisten Familien schon seit Jahrhunderten lebten, noch wußten, wohin sie gehen sollten, wenn sie Deutschland verließen.
Diese geringe Entschlußkraft der meisten Juden (natürlich gab es auch etliche, die Deutschland verließen, weil sie sahen, was geschehen würde) wurde noch durch die Politik der Nazis genährt, da diese, nach einem halben Jahr des Terrors mit der am Ende dieser Periode verabschiedeten „Nürnberger Gesetze„, nun wieder zu einer ähnlichen Politik, wie die in der zweiten Phase praktizierten, zurückkehrten.
Diese relative Ruhe, die bis Herbst 1937 dauerte, war schließlich auch der Grund dafür, warum diejenigen unter den Juden, die vielleicht an eine Flucht aus Deutschland gedacht hatten, wieder in die Lethargie des Abwartens verfielen, die ab dem Herbst 1937 jäh vorbei war, als im Zuge der Kriegsvorbereitungen die fünfte Phase eingeleitet wurde, die in der Reichskristallnacht vom 9. Auf den 10.November 1938 gipfelte und den Beginn der letzten Phase bildete, die bis zum Emigrationsverbot von 1941 durch die nun völlige Entrechtung der in Deutschland verbliebenen Juden gekennzeichnet war.

  
Bürgerliches Gesetzbuch BGB
von Helmut Köhler
Siehe auch:
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Strafgesetzbuch StGB
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