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Wir empfehlen: | |||||||||||||
1.Land- und
Forstwirtschaft
2/3. Industrie
und Handwerk
4.Handel und
Verkehr
5.Öffentlicher
Dienst und private Dienstleistungen
6.Häusliche
Dienste
7.Berufslose
Selbständige
(aus:
Jüdische Wohlfahrtspflege und Sozialgeschichte 1936:13)
Diese und die später folgende Tabelle, die sich mehr mit dem Vergleich
der Wirtschaftsstrukturen von Juden im Vergleich zum Rest der in Deutschland
lebenden Personen beschäftigt, zeigen auf, daß das Gewicht der Juden,
die arbeiteten, auf anderen Sektoren lagen als das der arbeitenden Nichtjuden.
Besonders deutlich wird dies, wenn man sich den prozentualen Anteil der Juden
von 0,77% an der Gesamtbevölkerung ansieht und ihn mit der Anzahl der
arbeitenden Juden in verschiedenen Wirtschaftsabteilungen vergleicht.
So lag die Anzahl der Juden, die ihr Geld in der Land- und Forstwirtschaft
verdienten, mit 0,04% deutlich unter dem Durchschnittswert von 0,77%, was
sicherlich mit der oben bereits erwähnten immer stärker werdenden
Urbanisierung der in Deutschland lebenden Juden zusammenhing. Da es nur sehr
wenige Juden gab, die auf dem Land lebten, konnte die Zahl der Bauern in ihren
Reihen nicht so hoch sein wie bei dem Rest der deutschen Bevölkerung, von
der prozentual weit mehr in ländlichen Gegenden lebten.
Dieser geringe Prozentsatz der auf dem Land arbeitenden Juden wurde jedoch
durch den im Vergleich zum Durchschnitt hohen Prozentsatz von 2,37% der Juden,
die in der Wirtschaftsabteilung Handwerk und Verkehr arbeiteten, ausgeglichen.
Daß die Juden in diesem Bereich im Vergleich zum Durchschnitt von 0,77%
deutlich überrepräsentiert waren, hing mit den verschiedenen
wirtschaftlichen Traditionen zusammen.
„Die Gesamtbevölkerung differenzierte sich in ihrer
wirtschaftlichen Betätigung von der Landwirtschaft her, die Juden vom
Handel aus.„(Kahn 1936:12) schrieb Herbert Kahn bereits 1936 in einem
Aufsatz, der deutlich machte, daß diese Verteilung innerhalb der
Berufsstruktur völlig normal war, was die Nazis bestritten. So benutzten
diese das Bild des jüdischen Händlers, um diesen zu diffamieren, indem
sie sagten, daß jeder Jude ein Halsabschneider und Betrüger sei, was
daran festzumachen ist, daß so viele Juden im Handelsgewerbe tätig
sind, was durch den oben genannten traditionellen Ansatz natürlich nicht
haltbar ist.
Die nun folgende Tabelle macht die unterschiedlichen Arbeitsplätze von
Juden und Nichtjuden noch einmal besonders deutlich, da in ihr direkt verglichen
wird.
Vergleich der Wirtschaftsstruktur der Glaubensjuden und der
Gesamtbevölkerung Mitte 1933:
![]() (aus: Jüdische Wohlfahrtspflege und Sozialpolitik
1936:15)
Dieses Schaubild stellt noch einmal deutlich die bereits oben beschriebenen
Verhaltensweisen jüdischer Arbeitnehmer im Vergleich zu ihren nicht
jüdischen Volksgenossen dar. Da bereits oben alles erklärt wurde,
dient es nur noch einmal dazu, die Richtigkeit der oben beschriebenen Fakten zu
belegen.
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