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„ [...] Try
and secure for this country prominent Jews who were being expelled from Germany
and who had achieved distinction whether in pure science, applied science, such
as medicine, or technical industry, music or art. This would not only obtain for
this country the advantage of their knowledge and experience, but would also
create a very favourable impression in the world, particularly if our
hospitality were offered with some warmth.„
Großbritannien sah sich selbst lediglich als ein Übergangsland
für Flüchtlinge, die in andere Teile der Welt weiterreisen wollten,
lediglich Juden, die für Großbritannien einen Profit darstellten,
waren wirklich gerne gesehen, . Nach Kriegsausbruch schließlich
verschärfte sich die Flüchtlingssituation drastisch, die deutsche
Führung war zu diesem Zeitpunkt durchaus gewillt, Juden auswandern zu
lassen: „Between 1939 and mid-1941 expulsion, in addition to
expropriation, persecution, and sporadic murder, was one of the central goals of
Germany’s Jewish policy„ (Hilberg 1961: 3). Eine Auswanderung in
andere europäische Länder, sofern diese nicht besetzt waren, war den
Ausreisewilligen jedoch kaum möglich, der Flüchtlingsstrom nach
Großbritannien brach fast vollkommen ab, nicht jedoch in andere Regionen
des britischen Einflußbereiches. Am Ende des ersten Kriegsjahres 1939
sandte das deutsche Wirtschaftsministerium unter Goering über den Umweg
über die Amerikanische Botschaft eine Stellungnahme an die britische
Regierung, die die deutsche Politik der jüdischen Auswanderung
bekräftigte (Memorandum an das British Foreign Office, London, 3. Oktober
1939). Adolf Eichmann, Kopf des Zentralen Reichsbüros für die
Jüdische Emigration, witterte eine große Chance, Juden in
großen Zahlen aus Europa zu vertreiben, in der Zionistischen Bewegung,
deren Vertreter, der Jewish Agency, ohne Probleme Ausreisevisa in neutrale
Staaten in Richtung Palästina ausgestellt wurden, wie L. Herrmann,
Vertreter der Jewish Agency, Sir Henry Bunburry vom Tschechischen
Flüchtlingsverband in einem Brief vom 12. September 1939 mitteilte.
Der sich nun immens verstärkende Flüchtlingsstrom nach
Palästina war dort gar nicht gerne gesehen, bereits zu Beginn des Jahres
1940 beschwerte sich der britische Hochkommissar für Palästina beim
Colonial Office darüber, daß deutsche Schiffahrtslinien sowie das
Immigration Department der Jewish Agency, die ebenfalls, in Zusammenarbeit mit
der Regierung Palästinas, für die legale Auswanderung zuständig
war, Reisen für illegale jüdische Emigranten eben dorthin
organisieren. Aber auch von Häfen des Schwarzen Meeres und der
Ägäis aus starteten mit Flüchtlingen völlig überladene
Schiffe in Richtung Palästina, nachdem in der Zwischenzeit fast alle
anderen Fluchtrouten, wie zum Beispiel die vorher sehr häufig gewählte
über Schanghai, verschlossen waren in das Land, das neben den Vereinigten
Staaten, die nach wie vor Flüchtlinge, wenn auch in stark
eingeschränktem Umfang, aufnahm, die einzige Alternative zu sein schien.
Britische Versuche, die Flüchtlinge auf andere Kolonien oder Dominions
umzuleiten, verliefen weitestgehend im Sande, zum einen, weil die Jewish Agency
für Palästina als angestammte Heimat der Juden warb, zum anderen
aufgrund der Weigerung der eigenen Verwaltungen in den alternativen
Siedlungsgebieten, Flüchtlinge aufzunehmen:
„Apart from
the obvious difficulties in the way of getting to any Colony, the hard fact
remains that they are not wanted by any Colonial Government for a number of very
good reasons, the most important of which perhaps are that they are certain
sooner or later to become a charge on public funds. [...] The introduction of a
body of people, however small, which is entirely alien in every sense of the
word, would be greatly resented by the working classes in the Colony and might
well lead to serious trouble.„
(K. E. Robinson
an P. J. Dixon vom Foreign Office, 13. Januar 1941)
Dennoch suchten die britische sowie die US-amerikanische Regierung den
ganzen Krieg über nach einem Land zur Ansiedlung der jüdischen
Flüchtlinge, 1940 war zum Beispiel in einem internen Papier des Foreign
Office von Britisch-Guiana als „Second Jewish National Home„ die
Rede, der Plan wurde, ebenso wie ähnliche Entwürfe für
Äthiopien, Eritrea, Mindanao oder aber Nord-West-Australien, wieder
fallengelassen, da man eine starke Opposition erwartete, und ähnliche
Erfahrungen wie in Palästina vermeiden wollte. Großbritannien stellte
von vornherein klar, das es in keiner Weise verpflichtet sei, jüdische
Siedlungen innerhalb Großbritanniens oder seiner Kolonien errichten zu
helfen.
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